Ergebnis der Protestaktion in Bad Friedrichshall

25. Oktober 2009

BÜRGER MÖCHTEN IHRE STRASSEN ZURÜCK

Die Bad Friedrichshaller Bürgerinitiative Verkehr ist sehr zufrieden mit dem Verlauf ihrer Protestaktion am 25.09.2009:

Fußgänger und Radfahrer haben erreicht, daß der öffentliche Verkehrsraum nicht nur dem Durchgangsverkehr gehört, sondern auch den dort lebenden Menschen.

Denselben Effekt könnte man natürlich auch mit einer Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h erzielen.

Hierzu fehlt nur der politische Wille !!

Durch die Geschwindigkeitsreduzierung kam es zu einer deutlichen Lärmminderung, die es den Anwohnern  der örtlichen Stadtautobahn wieder erträglich macht dort zu wohnen.

Natürlich kam es während unserer Aktion auch zu Anpöbeleien, wie  “Du Tuss fahr auf dem Gehweg!”

Wiederholtes Mißachtung der Vorfahrt beim Durchfahren des Bachertkreisel mit dem Fahrrad.

Sehr oft mußten die PKw auf dem Zebrastreifen bei der Volksbank wegen zu hoher Einfahtsgeschwindigkeit aus Richtung Friedrichsplatz anhalten, und die Fußgänger konnten dann beim Überqueren nur noch um die Autos herum laufen.

Beim Linksabbiegen auf der “Stadtautobahn” in den Tulpenweg wurden die Radfahrer sogar mehrfach rechts überholt mit Zuhilfenahme  des rechts befindlichen Gehweges.

Wir konnten auch beobachten, daß unsere Senioren mit Rollator und oder Rollstuhl nicht über die Straße gelassen wurden. Ob sie nun an der Querungshilfe standen oder an einer anderen Stelle, spielte keine Rolle. Der Verkehr ist zu schnell und zu dicht, als daß diese schutzbedürftigen Personen unserer Stadt eine reelle Chance haben um unsere “Stadtautobahn” sicher überqueren zu können.

Ebenso wurde der Zebrastreifen am Bachertkreisel sehr oft übersehen von den Pkw und Lkw.

KURZ GESAGT:

Ein beständiges und gleichmäßiges Tempogebot von 30 km/h innerorts bringt mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer, die sich damit vielleicht wieder trauen, mehr zu Fuß unterwegs zu sein oder mit ihrem Rad auf der Straße zu fahren, und nicht wie üblich konsequent die Gehwege benutzen, was eigentlich verboten ist.

Die Anwohner unserer Durchgangsstraße  würden eine deutliche Lärmminderung erfahren, und bekämen wieder mehr Lebensqualität.

Der schädliche Feinstaub würde bei einem gleichmäßigen Tempo 30 auch deutlich zurück gehen, da die unnötigen Beschleunigungs- und Abbremsvorgänge speziell im Abschnitt zwischen dem Friedrichsplatz bis zum Bachertkreisel auch entfallen würden.

PLAN der Verkehrsaktion am 25.09.09 in Bad Friedrichshall: 15-17 Uhr

25. Oktober 2009

Unser Plan, um zu verdeutlichen, was passiert, wenn weniger als 1% der Stadtkernbevölkerung ohne Auto hier im Ort mobil sein möchten, nur mit Fahhrad oder den eigenen Füßen:

Häufiges Queren des Zebrastreifens an der Volksbank Kocherwaldstraße

Fahrradfahrer fahren durch den Bachertkreisel

Fahrradfahrer befahren sämtliche Hauptverkehrstraßen in ganz Kochendorf

Fahrradfahrer befahren die Kocherwaldstraße auf der Straße im fließenden Verkehr  in beiden Richtungen

Fahrradfahrer queren die Kocherwaldstraße am Nordbahnhöfle beim neuen Radweg

Fußgänger benutzen sehr rege die Fußgängerampel an der Shell Tankstelle auf Kocherwaldstraße

Fußgängerampel bei der Agip Tankstelle in Heilbronner  Straße rege gebrauchen

Ebenso die Fußgängerampel beim Bistro Grecken in Hauptstraße und  Ecke Hauptstraße-Neuenstädter Straße

Queren der Industriestraße vor dem Bachertkreisel

Ortsumgehung in Oberboihingen

22. Oktober 2009

Die gleiche Konstellation wie in unseren Gemeinden (BI Raum HN) -

Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen, Offenau, Kirchhausen

ABER: dieser Ort hat viel weniger Fahrzeugbewegungen, wie jeder einzelne Ort bei uns.

Wir müssen in die  Offensive gehen !    Das möchten wir auch !!

Siehe: Landesportal Baden- Württemberg

http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php?id=214263&print=true

Spatenstich für die Ortsumgehung Oberboihingen
18.08.2009 „Die Verlegung der Landesstraße 1250 macht die Ortsmitte von Oberboihingen wesentlich
attraktiver. Weniger Lärm und Abgase werden die Lebens- und Wohnqualität spürbar verbessern.“ Das
sagte Innenminister Heribert Rech am Dienstag, 18. August 2009, beim Spatenstich für die
Ortsumgehung. Oberboihingen könne künftig umfahren werden und die derzeit bestehenden
Bahnübergänge würden beseitigt. Dadurch erhöhe sich die Verkehrssicherheit deutlich und lästige
Wartezeiten an den drei Bahnübergängen entfielen.
Werner Klingberg, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für die Region Südwest und Baden
-Württemberg, ergänzte: „Dieser verkehrspolitischen Zielsetzung gerecht werdend, konnten wir in den
vergangenen zehn Jahren etwa ein Viertel aller Bahnübergänge im Bestand unseres Netzes beseitigen.
Bahn, Bund und Länder haben dazu jährlich etwa 500 Millionen Euro in die Beseitigung oder die
Sicherung von Bahnübergängen investiert.“
Für Oberboihingen sei, wie für alle Unter- und Mittelzentren des Landes, eine gute Verkehrsanbindung
von großer Bedeutung. Deshalb werde ein gut ausgebautes Straßennetz mit Ortsumgehungen und
sicher ausgebauten Ortsdurchfahrten benötigt. „Straßen sind die Grundlage für wirtschaftliche
Entwicklung und individuelle Mobilität. Sie sind von zentraler Bedeutung für Beschäftigung und
Wohlstand“, sagte der Innenminister.
Nur mit einem leistungsfähigen Straßennetz könnten die Standortbedingungen im Land stetig verbessert
und der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg mit seinen über 5,3 Millionen Arbeitsplätzen gesichert
und weiter ausbaut werden. In den Ausbau von Straßen müsse aber auch investiert werden, weil gute
Straßen Verkehrssicherheit und Lebensqualität für die Bevölkerung mit sich bringen würden.
Die Gemeinde Oberboihingen werde durch die stark befahrene Bahnlinie Plochingen - Tübingen in einen
westlichen und einen östlichen Ortsteil getrennt. Beide Ortsteile seien heute nur über drei beschrankte
Bahnübergänge in der Nürtinger Straße (L 1250), Bahnhofstraße und Hintere Straße miteinander
verbunden. Die derzeit bestehende Landesstraße 1250 mit circa 10.000 bis 12.000 Kraftfahrzeugen am
Tag verlaufe mitten durch Oberboihingen. Die Belastungen seien für die Bewohner und
Verkehrsteilnehmer auf Dauer unerträglich. Vor allem die Bahnübergänge behinderten nicht nur
entscheidend den Verkehrsfluss, sondern brächten auch Lärm, Abgase und Erschütterungen mit sich.
„Mit der neuen Trasse der L 1250 wird die Lebensqualität in Oberboihingen spürbar besser“, sagte
Rech. Mit der Bahnunterführung würden Staus vermieden und beide Ortsteile für Fußgänger und
Radfahrer durch die zusätzlichen Fußgängerunterführungen in der „Nürtinger Straße“, der „Neuen
Unterführungsstraße“ und der „Hinteren Straße“ wesentlich besser verbunden.
Für die Bahn sagte Werner Klingberg: „Neben der Beseitigung der Bahnübergänge werden wir die
Verkehrsstation modernisieren. So werden die Außenbahnsteige verlegt und mit einer Länge von 190
Metern in einer Höhe von 55 Zentimetern über Schienenoberkante neu erstellt, was den Einstieg in die
Züge erleichtern wird. Beide Bahnsteige werden barrierefrei erschlossen und auch für
mobilitätseingeschränkte Reisende gut erreichbar sein. Nach der Modernisierung wird der Haltepunkt
Oberboihingen dem heutigen Standard mit Blindenleiteinrichtung, Wetterschutz, Kundeninformation,
Beleuchtung und Sitzbänken vollends entsprechen.“
2009 sind für den Landesstraßenbau - wie im Vorjahr - 146 Millionen Euro eingeplant. Hinzu kommen
rund 60 Millionen Euro aus dem „Impulsprogramm Baden-Württemberg“.
Neben dem Neu- und Ausbau ist die Erhaltung des Landesstraßennetzes ein weiterer Schwerpunkt. Für
2009/2010 stehen aus dem Landesinfrastrukturprogramm rund 70 Millionen Euro zur Verfügung, davon
in diesem Jahr 40 Millionen Euro. Zusammen mit den bereits eingeplanten „regulären“ Haushaltsmitteln

ADAC: Unterfinanzierung im Straßenbau aufgezeigt

22. Oktober 2009

www.adac.de

http://www.adac.de/ADAC_vor_Ort/Wuerttemberg/veranstaltungen_termine/Jahresge… 25.04.2009

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Verkehrspolitisches Jahresgespräch des ADAC Württemberg in Stuttgart
Unterfinanzierung im Straßenbau aufgezeigt
Auf den baden-württembergischen Autobahnen droht ein völliger
Verkehrskollaps. Darauf hat der Vorsitzende des ADAC Württemberg,
Günter Knopf, am Donnerstag, 2. April 2009, beim verkehrspolitischen
Jahresgespräch des Clubs in Stuttgart hingewiesen.
„In den vergangenen Jahren wurden Straßenbau und Straßenerhalt im
Land derart sträflich vernachlässigt, dass dieser Kollaps
unausweichlich ist, wenn nicht sehr schnell mehr Geld in den
Autobahnausbau fließt“, sagte er.
Laut Bundesverkehrswegeplan besteht in Baden-Württemberg ein
Investitionsbedarf im Bundesfernstraßenbau von jährlich 400 Millionen Euro. Diese Summe
wurde in der Vergangenheit allerdings regelmäßig deutlich unterschritten. Somit beträgt nach
Berechnungen des ADAC das Defizit allein für den Zeitraum von 2003 bis 2009 im
Bundesfernstraßenbau 1,915 Milliarden Euro.
Auch der Landesstraßenbau ist nach ADAC-Berechnungen chronisch unterfinanziert. In
Bezug auf den Generalverkehrsplan des Landes hat sich im Zeitraum von 2003 bis 2009 ein
Betrag von 496,3 Millionen Euro aufsummiert. Dringender Nachholbedarf besteht zudem für
die Instandhaltung des gesamten Straßennetzes. „Wenn die Politik jetzt nicht reagiert und die
Investitionen erhöht, wird es vor allen Dingen auch wegen des weiter zunehmenden
Schwerlastverkehrs schon in naher Zukunft zu dramatischen Engpässen auf den
Fernstraßen kommen“, warnt Knopf, „bis 2025 erwarten wir allein im Straßengüterverkehr
eine Zunahme um 79 Prozent.“
Wie problematisch die Situation auf den unzureichend ausgebauten Strecken bereits jetzt ist,
zeigt ein Blick in die ADAC-Staudatenbank. Die Datenbank weist im vergangenen Jahr allein
auf den Autobahnabschnitten zwischen Mannheim und Crailsheim, Herrenberg und
Weinsberg sowie Karlsruhe und Ulm insgesamt 42 315 Kilometer Stau auf und eine
Staudauer von 17 256 Stunden. Bei der Berechnung der Staulänge wird pro Stauereignis
jeweils die längste gemeldete Staulänge gewertet.
Der ADAC Württemberg legte bei dem verkehrspolitischen Jahresgespräch zudem erstmals
eine konkrete Prioritätenliste für den Autobahnausbau im Land vor. Die Punkte Top 1 bis Top
6 erfordern einen Finanzbedarf von rund 1,8 Milliarden Euro. Um den Verkehrskollaps zu
verhindern, müssen bis 2015 folgende Projekte fertig gestellt sein:
Top 1
Folgende im Bau befindliche Projekte müssen zügig fertig gestellt werden
Top 2
Folgende im Bau befindliche Projekte müssen zügig fertig gestellt werden
BAB Ausbau
Fahrstreifen
Anschlussstelle -
Anschlussstelle
A6 2 auf 3 AS Heilbronn-
Untereisesheim – AK
Weinsberg
A8 2 auf 3 AS Wurmberg - AS
Heimsheim
(beide Fahrtrichtungen)
A8 2 auf 3 AS Gruibingen - AS
Mühlhausen
(beide Fahrtrichtungen)
BAB Ausbau Anschlussstelle -
Jahresgespräch Page 1 of 3
http://www.adac.de/ADAC_vor_Ort/Wuerttemberg/veranstaltungen_termine/Jahresge… 25.04.2009
Top 3
Zügiger Abschluss der Planfeststellungsverfahren und Baubeginn
Die ADAC-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass zusätzlich zu diesen aufgelisteten
Maßnahmen für einen leistungsfähigen Verkehrsablauf auf den Autobahnen im Land bereits
im Jahr 2015 die folgenden Maßnahmen mit höchster Priorität folgen müssen.
Top 4
Priorität 1
Top 5
Priorität 2
Fahrstreifen Anschlussstelle
A6 2 auf 3 AS Sinsheim-Steinsfurt -
AS Bad Rappenau
(beide Fahrtrichtungen)
A8 2 auf 3 AS Ulm-Elchingen –
Landesgrenze BW/BY
(beide Fahrtrichtungen)
BAB Ausbau
Fahrstreifen
Anschlussstelle -
Anschlussstelle
A8 2 auf 3 AS Pforzheim Nord - AS
Wurmberg
(beide Fahrtrichtungen)
A81 2 auf 3 AS Sindelfingen Ost - AS
Gärtringen
(beide Fahrtrichtungen)
BAB Ausbau
Fahrstreifen
Anschlussstelle -
Anschlussstelle
A6 2 auf 3 AS Sinsheim - AS
Wiesloch-Rauenberg
A8 3 auf 4 AS Wendlingen - AS
Leonberg West
(beide Fahrtrichtungen)
A8 2 auf 3 AS Mühlhausen - AS
Hohenstadt
(A8 Albaufstieg beide
Fahrtrichtungen
„Drackensteiner Hang“)
A8 2 auf 3 AS Hohenstadt - AK Ulm-
Elchingen
(beide Fahrtrichtungen)
BAB Ausbau
Fahrstreifen
Anschlussstelle -
Anschlussstelle
A6 2 auf 3 AS Heilbronn-
Untereisesheim - Bad
Rappenau
A6 2 auf 3 AK Weinsberg - AS
Kupferzell
(beide Fahrtrichtungen)
A6 2 auf 3 AS Crailsheim - AK
Crailsheim-Feuchtwangen
(beide Fahrtrichtungen)
Jahresgespräch Page 2 of 3
http://www.adac.de/ADAC_vor_Ort/Wuerttemberg/veranstaltungen_termine/Jahresge… 25.04.2009
Top 6
Aufnahme in der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes
BAB Ausbau
Fahrstreifen
Anschlussstelle -
Anschlussstelle
A8 3 auf 4 AS Wendlingen – AS
Gruibingen
(beide Fahrtrichtungen)
Jahresgespräch Page 3 of 3

Kommentar unseres Mitstreiters, Herr Weyhing, von der Bi in Bad Wimpfen:

Anscheinend ist auch der ADAC nicht richtig informiert. Zum größten
Teil ist die A6 Steinsfurt-Untereisesheim schon mit 3 Spuren.
Der ADAC stellt dar: Ausbau von 2 auf 3 Spuren in beiden Richtungen.

Oettinger will vom Bund mehr Geld für Straßenbau

22. Oktober 2009

Landesportal Baden-Wüttemberg

www.baden-württemberg.de

Oettinger will vom Bund mehr Geld für Straßenbau
Tag der Automobilwirtschaft
08.10.2009 Nürtingen - Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) fordert vom Bund mehr Geld für den
Straßenbau im Südwesten. «Nachdem der Aufbau Ost beim Straßenbau abgeschlossen ist, haben wir
jetzt Nachholbedarf im Süden», betonte Oettinger am Donnerstag beim Tag der Automobilwirtschaft in
Nürtingen (Kreis Esslingen). Die Kapazitäten in der Verkehrsinfrastruktur seien zu erhöhen, damit in
Deutschland gleichwertige Lebensbedingungen möglich sind. Nur dann sei man weiterhin bereit,
Einzahler im Länderfinanzausgleich zu sein. Um die Technologieführerschaft der Region zu halten, wolle
er die Zusammenarbeit der Universitäten Stuttgart, Hohenheim und Karlsruhe verbessern.
Quelle: dpa/lsw

PROTESTAKTION: Parkende Autos legen Verkehr auf B 27 lahm

22. Oktober 2009

Protestaktion: Parkende Autos legen Verkehr auf

B 27 lahm

Von Wolfgang Müller und Patrick Wissmann


Region Heilbronn - Mit einer konzertierten Aktion haben am Freitagnachmittag vier Bürgerinitiativen aus Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen, Offenau und dem Heilbronner Stadtteil Kirchhausen zwei Stunden lang auf die zunehmende Belastung durch den Straßenverkehr hingewiesen. Zusammen rund 70 Bürger sorgten mit Fahrrädern, als Fußgänger und mit geparkten Fahrzeugen für Behinderungen auf zwei Bundes- und zwei Landesstraßen. Auf der B 27 in Offenau kam der Verkehr teilweise zum Erliegen. Auf der B 39 in Kirchhausen blieb die Aktion so gut wie unbemerkt.

16 Uhr. Offenau. Kopfschütteln hinter dem Steuer. Beschimpfungen aus den Autofenstern. „Ihr seid ja alle kopfbehindert“, schreit ein Autofahrer Richtung Christian Roth. Der Sprecher der Bürgerinitiative B 27 steht auf dem Fußgängerweg vor seinem geparkten Auto und nimmt es gelassen. „Wir wollen zeigen, wie viel Lärm und Dreck wir jeden Tag aushalten müssen“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative.

Überrascht

Bürgermeister Michael Folk hat dafür kein Verständnis. „Dass die Bürger sich wehren ist verständlich. Diese Aktion trifft aber Leute, die nichts für die Situation können: Menschen, die von der Arbeit heim zu ihren Familien wollen.“ Folk wurde von der Polizei verständigt. Das Chaos bemerkt hat Polizeihauptmeister Willi Brömelmeyer zufällig. „Wir sind komplett überrascht worden“, sagt der Beamte. Aber alles sei völlig legal. Trotzdem ordnet Folk wenig später an, dass die geparkten Autos wegfahren müssen. Der Verkehr staut sich längst in beide Richtungen weit über die Ortseingangsschilder hinaus.

20 Ampeldrücker und Radfahrer sorgen auch auf der Kocherwald- und der Hauptstraße in Bad Friedrichshall für Behinderungen. Mehr als 17 000 Autos sind hier täglich unterwegs. Bereits 15 Minuten, nachdem die Aktion begonnen hat, staut sich der Verkehr vom Ortsausgang Richtung Untergriesheim bis hinter den Friedrichsplatz. „Du Tuss, fahr auf dem Gehweg“, schimpft ein Autofahrer Andrea Materna hinterher. Die fährt mit dem Fahrrad zwei Stunden lang vom Bachert-Kreisel bis zur Tankstelle und zurück. „Angst habe ich nicht“, sagt sie. Aber Hupen und aggressives Überholen könne sie immer wieder feststellen. „Dabei wollen wir nur zeigen, was passiert, wenn Fußgänger und Radfahrer sich ihr Recht nehmen und am Verkehr teilnehmen“, sagt die Friedrichshaller BI-Sprecherin Claudia Assenheimer.

„Das macht uns alle krank“, sagt Gerda Maisenhälder. „Aber niemand will uns helfen“, fügt die Sprecherin der Bad Wimpfener Bürgerinitiative hinzu. Im Gegenteil: Anstatt die Fahrzeuge aus dem Ort herauszuholen, würden auf der L 1107 immer mehr Autos und Lkw unter ihrem Fenster vorbeifahren. Rund 20 000 Fahrzeuge täglich. Auch in der Kurstadt steigt die Aktion um 15 Uhr. Bürger drücken mehrere Fußgängerampeln und überqueren dauernd die Landesstraße. Karl-Heinz Weyhing fährt mit seinem Auto konstant die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer. „Ich habe bewusst nicht in den Rückspiegel geschaut.“ Auch ein Traktor war im Einsatz und hat den Verkehr aufgehalten.

In Kirchhausen lief die Aktion beinahe unbemerkt ab. Die Zahl der durchrasenden Fahrzeuge auf der Schlossstraße sei heute gering, so Jürgen Wörsching.

Bürgerinitiativen

Die Bürgerinitiativen in Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen, Offenau und Kirchhausen haben sich im Sommer zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die Zunahme des Verkehrs auf den Ortsdurchfahrten vorzugehen. Dort fahren täglich zwischen 15.000 und mehr als 20.000 Fahrzeuge. Inzwischen hat sich auch die Initiative 780 Frankenbahn angeschlossen.

25.09.2009    Fotos: Quelle Heilbronner Stimme, Müller, Wissmann

Lärm zerrt Anwohnern an den Nerven

22. Oktober 2009

Lärm zerrt Anwohnern an den Nerven

www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/neckarsulm-neckartal/sonstige;art1907,1649552

Von Wolfgang Müller

Lärm zerrt Anwohnern an den Nerven

Auch am Abend ist der Verkehr in der Kocherwaldstraße dicht.    Foto: Müller

Bad Friedrichshall - Dienstagnachmittag. 16 Uhr. Kocherwaldstraße in Bad Friedrichshall. Rund fünf Minuten braucht ein Radfahrer auf Höhe der Gastwirtschaft Nordbahnhöfle, um die Ortsdurchfahrt zu überqueren. Der Versuch, mit dem Pkw aus der Friedrich-Ebert-Straße nach links auf die L 1096 Richtung Untergriesheim abzubiegen, scheitert. Zu dicht schiebt sich der Verkehr aus beiden Richtungen durch die Hauptverkehrsachse Richtung Jagsttal.

Unerträglich Für Anwohner Gerhard Lutze ist der Lärm längst unerträglich. Wenn Lkw mit Anhänger über die abgesenkten Gullis führen, „tut es richtige Schläge“. Claudia Assenheimer, Anliegerin und Sprecherin der Bürgerinitiative L 1096 (BI), spricht von „Lärm wie im Krieg“. Ihre Mitstreiter nicken. Über 17 000 Fahrzeuge täglich fahren unter ihren Wohnzimmerfenstern vorbei. Das hat eine von der Stadt Bad Friedrichshall in Auftrag gegebene Verkehrsanalyse vom November ergeben. Und die rund 20-köpfige Bürgerinitiative rechnet mit einer weiteren Zunahme des Verkehrs. Denn die Stadt bereitet den Ausbau des Gewerbegebiets Kocherwald vor, wo eine Spedition die Erweiterung ihres Betriebes plant.

Nicht nur deswegen wirft die BI Bürgermeister Peter Dolderer vor, Verkehr in die Stadt zu holen anstatt ihn draußen zu halten. Bereits mit der Ansiedlung von Handelshof und Lidl auf dem Bachert-Areal habe der Verkehr drastisch zugenommen. „Wir sind auch Menschen“, sagt Claudia Assenheimer. „Auch wir haben ein Recht auf Gesundheit.“ Forderungen nach Tempo 30, Blitzgerät und Lkw-Nachtfahrverbot habe die Stadt aber abgelehnt.

Bürgermeister Dolderer räumt ein, dass die Belastung in der Kocherwaldstraße groß ist. „Wir haben hier derzeit aber abnormale Verhältnisse.“ Wegen der Baustellen zuerst in der Heuchlinger Straße und anschließend auf der B 27 in Jagstfeld wichen die Autofahrer auf die Ortsdurchfahrt in Kochendorf aus, so Dolderer. Ab Montag rechnet der Bürgermeister mit einer Normalisierung auf der Bundesstraße. Dann werde sich der Verkehr in der Kocherwaldstraße auf etwa 15 000 Fahrzeuge täglich reduzieren.

Umgehung Eine echte Entlastung der Kocherwaldstraße könne aber nur die Ortsumfahrung aus Richtung Neudenau nach Jagstfeld - die sogenannte Jagsttalstraße - bringen, so Dolderer. Dafür wiederum müssten Voraussetzungen auf der B 27 geschaffen werden. Schon im Oktober werde der Gemeinderat eine entsprechende Planung in Auftrag geben. „Wir können das Problem nicht von heute auf morgen lösen, aber wir arbeitet daran“, sagt der Bürgermeister. Die BI will daran nicht glauben. Stattdessen bereitet sie jetzt mehrere Aktionen vor.

24.09.2009

FRANKENBAHN als Strecke für die Stadtbahn?

22. Oktober 2009

Artikel Heilbronner Stimme vom 14.10.2009:  www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige;art16305,1667674

Frankenbahn als Strecke für Stadtbahn?

Siegelsbach -
Im Ringen um Verbesserungen auf der Frankenbahn von Heilbronn nach Würzburg hat jetzt die CDU-Fraktion im Kreistag eine Anfrage eingebracht. “Inwieweit kann neben den geforderten Verbesserungen auf der Frankenbahn auch die Einrichtung einer Stadtbahn ins Auge gefasst werden?”, formulierte Kreisrat Peter Dolderer. Und er bat zu prüfen, ob das Leitbild für den Öffentlichen Personennahverkehr aus dem Jahr 2000, in dem die Frankenbahn nicht als Stadtbahn enthalten ist, fortgeschrieben werden müsse.

Es gehe nicht nur um die Bedeutung der Frankenbahn als wichtige Verbindung zum überregionalen Verkehrsnetz der Bahn. Es gehe auch um die Notwendigkeit, den Menschen im ländlichen Raum gute Bahnverbindungen zur Verfügung zu stellen, argumentierte Dolderer.

Rentabel

Hintergrund sind Aussagen des früheren AVG-Geschäftsführers und Karlsruher “Stadtbahnvaters” Dieter Ludwig.
Der hatte Mitte September in Möckmühl die Stadtbahn für rentabel und realisierbar erklärt.
Für die Strecke von Heilbronn bis Osterburken sei die komplette Infrastruktur bereits vorhanden.
Bis auf zusätzliche Haltestellen müsse baulich nichts verändert werden. 60 000 Anwohner seien genügend Fahrgastpotenzial.

Durchbruch?

Allerdings hat das Land bis 2015/16 bindende Verträge mit der Deutschen Bahn. Dieser Zeitpunkt ist generell wichtig für Verbesserungen. “Das Land hat Ende Juli 2009 bestätigt, dass es bereit ist, ab 2015/16 weitere 560 000 bis 600 000 Zugkilometer pro Jahr zu bestellen, um die Investitionen der Deutschen Bahn AG sicherzustellen”, sagte Landrat Detlef Piepenburg in der Etatrede. Verärgert zeigte er sich, dass sich bei der Verbesserung des Wagenmaterials nichts getan hat. “Einen kleinen Durchbruch” erwartet der Landrat aber vom dritten runden Tisch Ende November, bei dem “konkret das weitere Vorgehen zwischen Land und Bahn festgelegt werden soll”. kal

“FRANKENBAHN” soll runter vom Abstellgleis

22. Oktober 2009

Bericht der Fränkische Nachrichten vom 19. September 2009

Verkehrspolitischer Abend:

Veranstaltung der Bürgerinitiative “Frankenbahn 780″ in Möckmühl /

Hauptredner war Nahverkehrsexperte Dieter Ludwig”Frankenbahn” soll
runter vom Abstellgleis

Von unserem Mitarbeiter Ralf Scherer
Neckar-odenwald-Kreis.
Vor gut zwei Jahren gingen erstmals zahlreiche engagierte Bürger
entlang der Bahnlinie Heilbronn-Würzburg auf die Barrikaden. Grund
waren die massiven Fahrplankürzungen im Jahr 2007 und der damit
verbundene Wegfall zahlreicher Verbindungen.
Um dem Protest eine Plattform zu geben, wurde damals kurzerhand eine
Bürgerinitiative gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ”
Frankenbahn” wieder vom Abstellgleis zu holen. Denn obwohl einige
Kürzungen inzwischen wieder rückgängig gemacht wurden, ist die
frühere Fernverkehrslinie nach Ansicht der Bürgerinitiative ”
Frankenbahn 780″ nach wie vor in beklagenswertem Zustand.
Ein modernes regionales S-Bahn-Konzept soll nun Besserung bringen, so
die Hauptforderung. Um auf diesem Weg die notwendige Öffentlichkeit
zu schaffen, hatte die Bürgerinitiative am Mittwoch zu einem
verkehrspolitischen Abend in die Möckmühler Stadthalle eingeladen.
Unter dem Motto “Chancen für die Frankenbahn” begrüßten dazu Walter
Krinke und Hans-Martin Sauter zahlreiche Gäste, darunter Vertreter
verschiedener Behörden und Institutionen, und stellten die Arbeit der
Bürgerinitiative näher vor. Die “elementare Bedeutung” der Frankenbahn
für den ländlichen Raum unterstrich Möckmühls Bürgermeister Ulrich
Stammer in einem kurzen Grußwort und lobte die Arbeit der Bürgerinitiat
ive. “Es ist wichtig, dass die Bevölkerung hinter dem Projekt steht”,
so der Rathauschef. “Ich finde es gut, dass so viele Menschen ein so
wichtiges Ziel verfolgen.” Denn ohne den Druck der Bevölkerung gehe
es offenbar nicht. Auf dem bisher Erreichten dürfe man sich nun
allerdings nicht ausruhen, sondern müsse die Vertaktung weiter
verbessern, um alle Orte entlang der Stecke bedienen zu können.
Eine Forderung, die auch Dieter Ludwig als Hauptredner des Abends
bedingungslos unterstützte.
“Man muss die Bahn zu den Menschen bringen und nicht die Menschen zur
Bahn”,
lautet seit jeher das Credo des langjährigen Geschäftsführers der
Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK).
Als Initiator des “Karlsruher Modells” hat der oftmals als ”
Stadtbahnpapst” bezeichnete Ludwig vor 20 Jahren begonnen, den
öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Karlsruhe zu revolutionieren
und auszubauen.
Inzwischen gilt sein Konzept der Zweisystem-Stadtbahn als Vorbild für
den ÖPNV und wurde bereits von zahlreichen Städten im In- und Ausland
übernommen. Die Grundzüge dieser Erfolgsgeschichte skizzierte Ludwig
anhand einer gut einstündigen Präsentation und ging anschließend auf
die Fragen der Zuhörer ein. Als zentrale Botschaft hatte der
Nahverkehrsexperte dabei eine an sich simple Erkenntnis mitgebracht,
die von der Deutschen Bahn jedoch allzu oft missachtet wird: Der
Kunde muss im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen. “Wir sind
Dienstleiter und müssen kundenorientiert arbeiten”, betonte Ludwig.
Daher gelte es zunächst einmal den Willen des Kunden zu erkennen und
anschließend auch umzusetzen.
Im Ergebnis bedeute dies die Verkürzung der Reisezeit, möglichst
schnell erreichbare Haltestellen und vor allem eine höhere Vertaktung.
“Eine bessere Anbindung generiert auch mehr Verkehr.

Wer abends nicht nach Hause kommt, fährt mittags gar nicht erst weg”,

untermauerte der Vorkämpfer für pragmatische Lösungen sein Konzept
für mehr Mobilität anhand der im Laufe der Jahre deutlich gestiegenen
Fahrgastzahlen der Karlsruher Stadtbahn auf sämtlichen Streckenabschnit
ten. Inzwischen bedienen die VBK mit ihren Partnerunternehmen vom
Bodensee bis nach Heilbronn ein hochmodernes Streckennetz auf einer
Länge von 600 Kilometern. Als Wachstumsmarkt trägt dazu vor allem die
Anbindung des Umlandes bei.
In spätestens zweieinhalb Jahren soll deshalb die geplante Verbindung
von Heilbronn über Neckarsulm nach Mosbach stehen. Und auch die
Perspektiven für die Frankenbahn beurteilte Ludwig als aussichtsreich.
Für eine Strecke von Heilbronn nach Osterburken und später nach Lauda
sei die komplette Infrastruktur bereits vorhanden. Bis auf zusätzliche
Haltestellen müsse baulich nichts mehr verändert werden und mit 60
000 Anwohnern verfüge man über “genügend Masse”.
Alleine am richtigen System fehle es noch. “Wir können das sehr gut
und vor allem schnell machen”, sagte Ludwig. “Es darf da keine
Ausreden bei der Frankenbahn geben.” Einziger Knackpunkt seien die
auf diesem Streckenabschnitt noch bis 2016 bestehenden Verträge mit
der Deutschen Bahn. Hier gelte es Verhandlungen über einen früheren
Ausstieg aufzunehmen, um einen durchgehenden Verkehr schaffen zu
können.
“Ich kann ihnen nur empfehlen, diesen Weg weiter zu gehen”, ermutigte
Ludwig zum Abschluss seines Vortrages die anwesenden Entscheidungsträge
r, den “großen Wurf” zu wagen und einen ÖPNV aus einem Guss
anzupacken. Zwar sei jeder zusätzliche Zugkilometer auf der Strecke
der Frankenbahn eine Verbesserung, ohne Systemänderung auf das
Stadtbahnkonzept sei jedoch kein Quantensprung möglich.
“Der heutige Abend könnte eine Initialzündung sein”, dankte
anschließend Hans-Martin Sauter für den “überzeugenden Vortrag”. Nun
gelte es am Ball zu bleiben und weiter Druck auf der politischen
Bühne auszzuüben.

VERKEHRSPOLITISCHER ABEND RUND UM DIE FRANKENBAHN

22. Oktober 2009

Verkehrspolitischer Abend rund um die Frankenbahn:

www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/neckarsulm-neckartal/sonstige;art1907,1645405

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Die Bürgerinitiative 780 Frankenbahn lädt am

*Mittwoch, 16. September, *
*um 20 Uhr zu einem verkehrspolitischen Abend in die Stadthalle in
Möckmühl ein.*

Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Chance für die Frankenbahn“.
Hauptredner wird Dieter Ludwig sein, langjähriger Geschäftsführer der
Karlsruher Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) und Erfinder des so
genannten „Karlsruher Modells“ mit Zweisystem-Stadtbahnen, die als
Straßenbahn in der Stadt und als Eisenbahn in der Region verkehren.
Ludwig war immer ein Vorkämpfer für kundennahe und pragmatische
Lösungen im öffentlichen Verkehr, so der Veranstalter. „Ohne seinen
unermüdlichen Einsatz und die Überzeugungskraft gäbe es heute sicher
keine Stadtbahn in Heilbronn, die mit großem Erfolg die Mobilität
Tausender Bürgerinnen und Bürger sichert“.
Für die Bürgerinitiative gilt die Frankenbahn auf der Strecke
Heilbronn-Würzburg zu den Stiefkindern des Landes Baden-Württemberg
und der Deutschen Bahn. Der jüngste Fahrplanwechsel brachte zwar eine
Verbesserung. Die reiche aber noch nicht aus. Die BI gründete sich
vor rund zwei Jahren, als das Land auf dieser Strecke mehrere
Verbindungen gestrichen hatte.

Über die Veranstaltung ist durch Herrn Jens Nising (SWR 4)im Franken
Radio ein Hörfunkbeitrag am Donnerstag, mittags geplant.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Reinhart